Leserreaktionen
Santa stupidità?
Nebelspalter Nr. 5/2011
Den Nebelspalter lese ich mit Genuss und freue mich jedes Mal, wenn ich diesen in meinem Briefkasten finde. Gleichmässig werden satirische Pointen mit süffisanten Pfeilen in alle politischen und religiösen Richtungen verteilt. Meistens merkt man das auch. Bei Herr Kröber jedoch habe ich beim Lesen seiner Artikel, und vor allem obigen Artikels in Ausgabe 5, Juni 2011, das Gefühl, dass hier ein verkrampft Lustig-sein-Wollender am Werk ist. Als romtreues Mitglied des von Herrn Kröber benannten Vereins habe ich seit jeher eine dicke Haut bezüglich Satire; aber wenn ich feststellen muss, dass ich in die Ecke von Terroristen («Katholiban») und Fundamentalisten gestellt werde, obwohl ich dieselbe Meinung teile wir Hunderte von Millionen Menschen, dann kann ich nicht einfach ruhig bleiben. Ich frage ich mich, ob Herrn Kröber einmal beim Ministrieren ein Mädchen vorgezogen wurde, oder ob er eventuell aus der segensreichen Gegend ehemaliger kommunistischer Länder stammt, wo Katholiken- und Christenhass per Gesetz verordnet wurde. Ich kann in diesem Artikel jedenfalls nichts Lustiges entdecken, sondern nur Beschimpfungen und Hass, gepaart mit Unwissen oder Unwissenwollen über der katholischen Kirche. Allenfalls ist Herr Kröber auch Mitglied irgendwelcher "humanistischer" oder atheistischer Vereinigungen, welchen bekanntlich hauptsächlich geistigen Unrat verbreiten. Wie immer fallen solche primitive Angriffe auf den zurück, der sie mit seiner Feder einem andern zugedacht hat. Herrn Kröber rate ich jedenfals, das Wort «stupidità» nur noch reflektiv zu verwenden. Besten Dank für Ihre geschätzte und wertvolle Arbeit in einer Zeit, wo vor allem der «Blick am Abend» und andere seichte Blätter Auflagenvolumen generieren.
Richard Habenberger, per E-Mail
Kredit verspielt
Nebelspalter Nr. 4/2011
Auf Seite 52 von Nebelspalter Nr. 4 veröffentlichen Sie eine der besten
Satiren, die sie je gebracht haben. Sie sieht echt aus, wie ein Inserat für
eines dieser blödsinnigen Kreditinstitute, die haufenweise Geld verdienen,
indem sie jungen, leichtsinnigen Leuten einreden, dass sie nicht warten
müssen, bis sie eigenes Geld haben, um dem offenbar schönsten Hobby, dem
Töfffahren zu frönen. Dass der schnelle Kredit für das Motorrad schon ab
8,5% Zins zu haben ist, setzt der gelungenen Satireseite das Rahmhäubchen
auf! Ich gratuliere Ihnen zu dieser mutigen Seite, denn für ein wirkliches
Inserat hätten Sie ja auch einen ganz schönen Batzen verlangen können.
Mit ironisch-freundlichen Grüssen
Peter Baumann, per E-Mail
Offener Brief
Nebelspalter Nr. 9/2010
Ich finde den «Offenen Brief an die Erlenbacher Pfarrerin» eigentlich ganz lustig. Leider ist dem Autor Urs von Tobel aber ein kleiner Fehler unterlaufen. Es steht mir fern, darüber zu urteilen, ob diese fehlerhafte Aussage aufgrund von Unwissenheit oder gar absichtlich in den Artikel hineingeraten ist.
Es handelt sich darum, dass den reformierten Pfarrerinnen und Pfarrern das Pfarrhaus nicht gratis zur Verfügung gestellt wird. Die Pfarrhäuser oder auch, wenn nicht genügend vorhanden, Amtswohnungen, müssen die Pfarrer zu marktüblichen Preisen mieten. Aufgrund ihres zuweilen stolzen Alters sind Pfarrhäuser schlecht heizbar und stehen womöglich noch unter Denkmalschutz, sodass sie nicht saniert werden dürfen. Die Heizkosten darf der Pfarrer bezahlen, ebenso den Unterhalt des Umschwungs und so weiter. Ich weiss das, weil ich selbst jahrelang in solchen Bauten habe leben müssen bzw. dürfen. Meine Erfahrungen beschränken sich aber nur auf den Kanton Bern. Wie es in anderen Kantonen geregelt ist, weiss ich nicht. Die Verknüpfung des Pfarrerberufs mit der Residenzpflicht ist keine gute Regelung und auch überhaupt nicht mehr zeitgemäss. In kaum einem anderen Bereich ist sie noch anzutreffen. Deshalb plädiere ich schon lange für die Aufhebung oder zumindest Lockerung der Residenzpflicht.
Bitte informieren Sie sich doch vor der Veröffentlichung solcher Artikel über die effektiv herrschenden Verhältnisse. Schade, dass mit diesem Artikel nur wieder gängige Vorurteile gestärkt werden und der Pfarrerberuf weiter ins Abseits geschoben wird. Eigentlich kein Kunststück und auch nicht besonders mutig.
Daniela Wuillemin, per E-Mail
Im offenen Brief an Pfarrerin von Erlenbach wird erwähnt, dass das Pfarrhaus den Seelsorgern gratis zur Verfügung gestellt werde. Die Leserbrief-Schreiberin widerspricht mit der Aussage, dass Pfarrerinnen oder Pfarrer einen marktüblichen Zins entrichten müssten. Beide Aussagen stimmen nicht. Im Kanton Zürich, wo die Erlenbacher Pfarrerin wirkt, zahlen die Seelsorger einen Mietzins von pauschal 1700 Franken – das ist zumindest halb gratis. In der Stadt Zürich werden Wohnhäuser, die mit Pfarrhaus St. Peter vergleichbar sind, schlankwegs für 6000 Franken vermietet. In der Goldküstengemeinde Erlenbach dürfte der Preis zwischen 4000 und 5000 Franken liegen. Im Kanton Aargau bezahlen die Pfarrerinnen und Pfarrer pauschal 1500 Franken. Bis in die neunziger Jahre wohnten die Seelsorgerinnen und Seelsorger im Kanton Zürich sogar völlig kostenlos. (uvt)
Korrigendum
«Luzerner Toiletten», Nr. 7/2009
Es gibt sie immer noch, die aufmerksamen Leser des ‹Nebelspalter›! Der Autor des Artikels wurde des Besseren belehrt und weiss nun, dass das «weltberühmte Häuschen» auf dem Grundstück des Löwendenkmals steht und nicht im Gletschergarten. Für diesen fatalen Irrtum entschuldigt sich der Autor und tut Busse. Diese besteht darin, dieses Häuschen nie mehr aufzusuchen, auch nicht in Zeiten der grössten Not! Des Weiteren sei festzuhalten, dass die Toiletten im Gletschergarten absolut sauber und gepflegt seien, wie auch beheizt. Der Autor konnte sich vor Ort davon überzeugen und eine Sitzung geniessen. Das besagte «Häusel», welches vom heldenhaften Löwen bewacht wird, wurde scheinbar «entgiftet in Sachen Aroma-Aura», und so tangiert es die Schwelle zum Gletschergarten in keiner Art und Weise. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation bei den Luzerner Toiletten künftig entwickeln wird. Auf jeden Fall hat der Autor des Artikels unzählige Anrufe und Schreiben erhalten, diese meist positiver Art. Die negativen Äusserungen hat der Autor in kleine, handliche Papierblätter (ca. 11 auf 11 cm) zerschnitten und artgerecht bei einer Sitzung angewendet. Er erwartet gerne weitere Zuschriften.
Ludek Ludwig Hava
«Der Nebi wieder mal ;-)»
User «Kubra» zum Beitrag «Kartenverlage haben bereits reagiert», www.news.ch/nebelspalter
(Der Beitrag über die neue Gaddafi-Strassenkarte war während 48 Stunden der meistgelesene Artikel auf dem Portal.)
Respektlos
Titelseite, Nebelspalter Nr. 7/2009
Die Art und Weise, wie ein vom Volk gewählter Politiker und Mitglied unserer Landesregierung hier dargestellt wird, ist respektlos und spottet jeder Beschreibung. Ich erwarte, dass Sie sich beim Bundesrat persönlich dafür entschuldigen.
Berta Zeller, per E-Mail
Verbal-Schmutz
Beitrag «Hacker», Nr. 7/2009
Ich bin 77 Jahre alt. Dies ist der erste Leserbrief meines Lebens. Mir wurde speiübel, als ich erwähnten Beitrag las. Über Geschmacklosigkeit kann man streiten, über eine derart menschenverachtende Gesinnung nicht. Die Existenz der Scharia ist ein Skandal. Über deren Opfer billige Witzchen zu machen, ist unerträglich. Teilen Sie dem Autor bitte meine Verachtung mit. Gibt es in Ihrer Redaktion niemanden, der diesen Verbal-Schmutz hätte verhindern können oder wollen?
Peter Benary, Luzern
Eigentor des Monats
«Tor des Monats», Nr. 6/2009
Ich gratuliere Ihnen zum Eigentor des Monats, oder muss ich sagen: Ihrer Karriere? In Ihrem Bericht über Mister Schweiz 2009 haben Sie die Menschenwürde aufs Gröbste verletzt. Widerlich! Sie haben nur Ihre eigene innere Hässlichkeit preisgegeben, kaschiert mit allem drum und dran. Man nennt dies auch Aufpolieren der eigenen Minderwärtigkeit. Oder muss ich Ihnen erklären, was Satire ist? Beschämend, dies von einer Legasthenikerin zu lesen.
Anna Maria Landini, Birmenstorf
Grosse Klasse
Michael Jackson, Nr. 6/2009
Der «Tor des Monats»-Beitrag zu Michael Jackson war etwas vom Witzigsten, das ich je vor die Augen gekriegt habe. Ich habe mich deswegen auch gleich zu den Abo-Formularen weitergeklickt. Glückwunsch!
Nicole Salathé, auf Facebook
Hammer
‹Nebelspalter› allgemein
Ich liebe die Illustrationen von Benedikt Notter. Immer wieder Hammer!
Mattia, per Postkarte
Frisch
‹Do it yourself›, Nr. 5/2009
Diese Nummer war eine der frischesten und leichtesten seit langem. Mehr davon!
Bettina Oberli, per E-Mail
Getroffen
Sprachglosse, Nr. 3/2009
Die Sprachglosse «Da hast du Worte» von Annette Salzmann hat bei mir ins Schwarze getroffen. Da ereifere ich mich doch stets mehr über die immer leereren Worthülsen in unserer Sprache. Bitte mehr davon!
Gabriele Müller Gloor, Costa Rica
Weiter so!
Editorial, Nr. 2/2009
Vielen Dank, dass Sie das geschrieben haben! Hat mir einige Arbeit weggenommen, denn wenn Sie nicht, hätte ich so was schreiben müssen. Übrigens, der beste Beweis, dass es intelligente ausserirdische Lebewesen gibt, ist wohl, dass die sich noch nicht bei uns gemeldet haben. Auch sonst habe ich sehr gute Artikel gefunden in dieser Nummer. Macht bitte weiter so. Die Alltagssatiren und Mattscheiben finde ich meist auch sehr gut.
Martin Siegrist, per E-Mail
Rasender Konzern-Journalismus
Nachruf-Nummer, Nr. 9/2008
Auf dem «News-Netz» der Tamedia war jüngst in extenso aus dem Nachruf auf Marcel Ospel zitiert worden, den ‹Nebelspalter›-Abonnenten schon im November sich als Rosine von ‹Nebelspalter›-Autor Andreas Thiel zu Gemüte führten. Warum die ellenlange Verspätung? Multitalent Thiel, der nicht nur schreibt und zeichnet, hat seinen brillanten Nachruf in sein neuestes Programm «Politsatire 3» eingebaut, das er nun auf der Bühne des Zürcher Hechtplatztheaters aufgeführt hat, und die Tamedia-Online-Schreibkraft war derart vom Ospel-Text angetan, dass sie ganze Ausschnitte daraus zitierte.Natürlich blieb der ‹Nebelspalter› unerwähnt. Es wäre ja peinlich, zu erfahren, dass diese in rasender Geschwindigkeit verbreitete Thielsche Textrosine schon vier Monate zuvor veröffentlicht wurde. Dass nun mit dem Kauf der welschen Edipresse die ganze Eidgenossenschaft von dieser Bande dumpfer Schnellabschreiber beliefert wird, wird dem ‹Nebelspalter› eine Menge Arbeit liefern.
Giorgio Girardet, per E-Mail
Schwarze Seiten
Heftkapitel «Die Krise»
Ich lese den ‹Nebi› sicher seit über 50 Jahren, mein Vater und ich wetteiferten jeweils, wer zuerst durch war mit lesen. Neuerdings muss ich mich beeilen, dass ich durchkomme, bis der nächste ‹Nebi› kommt, jetzt, wo er sogar nur noch monatlich erscheint. Da es nun immer wieder schwarze Seiten gibt mit weisser Schrift, kann ich diese Seiten weglassen, denn das ist einfach schlecht zu lesen. Muss das sein?
Margrith Merki-Thurnherr, Kreuzlingen
Spontanliebe
‹Nebelspalter› allgemein
Ohne Hemd und Büstenhalter,vor sich nur den ‹Nebelspalter›,stand sie vor der Tür:Ich lies sie wieder gehen,ihr habt sie nicht gesehen:Der Nebi doch bleibt hier!
Rainer Scherff, per E-Mail
Derb und dreist
‹Nebelpalter› allgemein
Die Cartoons von Martin Zak sind dermassen derb-dreist, dass man sie nur lieben kann!
Nicolas Kristen, per E-Mail
Streichbar
‹Nebelspalter›, Nr. 1/2009
Zwei Beiträge der Februarnummer hätte man ruhig streichen können: Die «Witze» von Kai Schütte über die Abfahrtsrennen in Val d'Isère und bei Giorgio Girardet den zweimaligen Ausdruck «gottverdammte Bibel» [in der fingierten Rede von Abraham Lincoln, Anm. d. Red.]. Religion muss Satire auch vertragen können, aber es gibt Grenzen. Ist Herr Girardet vielleicht ausgesprochen glücklich, dass man sich damit hierzulande noch keine Morddrohungen einhandelt?
Maya Güdel, Unterkulm
Zurechtgerückt
‹Editorial›, Nr. 1/2009
Wie schön: Da werden Dinge wieder einmal von grösserer Weitsicht her als üblich zurechtgerückt. Köstliche Paraphrase zur Evolutionstheorie!
Fritz Vollenweider, Seniorweb-User
Das ist eine ganz wunderbare Geschichte, die mich zum Denken und Lachen brachte. Ganz herzlichen Dank!
«Hahnalv», Seniorweb-User
Satirisches Salz
Unser Tor des Monats: Benedikt XVI., Nr. 1/2009
Die ganz grossen Zusammenhänge dieser Welt mit einer Brise satirischem Salz. Wirklich gekonnt!
Walter Wenk, Seniorweb-User
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein so kluger, gebildeter und, ja, gerissener Kopf wie der des Joseph Ratzinger tatsächlich unbewusst einen derartigen Fehler macht.
Also dann: Weshalb setzt er einen solchen Skandal in die Welt? Eine naheliegende Erklärung – übrigens die einzige, die mir einfällt – wäre die eines machiavelistischen Ablenkungsmanövers mit Zielpublikum sowohl der Medien als auch – und dies vor allem – der eigenen Christen in Sachen Ökumene.
Ist denn die vor Monaten getroffene, skandalöse Entscheidung, die Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen wieder sukzessive rückgängig zu machen, schon vergessen?
Offenbar, auf jeden Fall jetzt aber: verdrängt und der Druck aus den eigenen Reihen mundtot gemacht. Guter Schachzug, du alter bayrischer Fuchs!
«Geissblatt», Seniorweb-User
Weiter so
An eine ganz bestimmte ‹Nebelspalter›-Autorin gerichtet
In unsere ‹Nebi›-Monatsschrift
fliessen oft – «aus Damenstift»! –
Einfälle, die am manchmal dunklen
Horizont besonders freundlich funkeln:
Geistesblitze einer begabten Dame
aus Deutschlands Norden
(unten dann ihr Name),
witzig, charmant und sehr vergnüglich
und auch, wenn mal an-,
doch stets vorzüglich.
Kurz: Weiblich. Taktvoll. Souverän.
Erfreu'n Sie uns weiter so,
– Irène !
Werner Moor
Gezeichnet 2008
‹Nebelspalter› Schwerpunkt, Nr. 10/2008
Die Rückschau mit den besten Schweizer Pressekarikaturen war etwas vom Besten. Schön wäre es, wenn einige dieser Karikaturisten auch unter dem Jahr gelegentlich für den Nebelspalter zeichnen könnten.
Hans-Rudolf Ott, Zofingen
Starkes Stück
Nachruf-‹Nebelspalter›, Nr. 9/2008
Der November-Nebelspalter mit seinen seitenweise abgedruckten Nachrufen auf lebende Zeitgenossen war echt ein starkes Stück! Und das meine ich im positiven Sinne. Da der ‹Nebi› dazu bestimmt auch korbweise negative, verständnislose Leserbriefe erhalten hat, musste ich das einfach loswerden.
Rolf Lötscher, per E-Mail
Schmutziges Braun
Cartoon «Eine Frage der Zeit?», Nr. 8/2008
Es ist nicht eine Frage der Zeit, sondern wohl eher des Anstandes, ob man einen Mann so darstellt, wie es Carlo Schneider tut. Menschenverachtende Darstellungen gehören doch nicht in den ‹Nebelspalter›. Vor allem auch nicht, wenn es darum geht, jemanden mundtot zu machen, nur weil er nicht gewillt ist, im Gleichschritt mitzumarschieren. Als Hintergrund drängt sich eher ein schmutziges Braun auf als dieses harmlose Blau.
Fritz Egli, Oberdiessbach
Tier-Metaphern oder Tier-Attribute gehören seit Annibale Caracci, dem Erfinder der Karikatur im späten 16. Jahrhundert, zu den verbreitetsten Grundtechniken der satirischen Darstellung. Trotzdem entschuldigt sich der ‹Nebelspalter› vorsorglich bereits an dieser Stelle für den erneuten Abdruck von Karikaturen in der aktuellen Darwin-Ausgabe, die auf dieselbe Grundtechnik zurückgreifen. Weitaus jünger als die Tiermetapher ist die Grundtechnik von Leserbriefschreibern, jede politische Aussage rechts der eigenen Meinung mit nationalsozialistischem Braun zu assoziieren. Hier drängt sich die Frage auf, ob es mit diesem sehr schnell von der Hand gehenden Nazi-Vergleich nicht genau umgekehrt darum geht, andere mundtot machen zu wollen. Wer am steten Bestreben des ‹Nebelspalter›, politische Debatten von verschiedenen Standpunkten aus abzubilden, Zweifel hat, sei in Bezug auf Samuel Schmid nochmals auf dessen Würdigung in Nr. 10 / 2008 verwiesen.
Die Redaktion
Ohne jeglichen Sarkasmus
Beitrag «Ein Altachtundsechziger beschimpft die heutige Jugend» Nr. 2/2008
Dieser Beitrag stellt sich während und nach dem Lesen als reines Pamphlet heraus. Es fehlt jeglicher Sarkasmus oder auch nur der Hauch von Satire. Der einzige erkennbare Sinn dieses Textes ist lediglich, mit der jungen Generation – zu der auch ich mich noch zählen kann – abzurechnen. Warum dieses Verbrechen es in ihr qualitativ hochstehendes Magazin geschafft hat, kann ich leider unter keinen Umständen nachvollziehen. Hier deshalb meine Antwort auf diesen Artikel:
Sex ist für Sie kein hohes emotionales Erlebnis mehr, sondern eine Fortpflanzungsmethode aus alten Tagen. Ihr Blick ist wie eine Videokassette: Hoffnungslos veraltet. Sie finden unglaublich schnell alle Informationen über die nächsten Nebelspalter-Beiträge in Ihrem E-Mail-Konto, aber etwas Gutes schreiben können Sie nicht. Wenn Sie sich freuen, dann wahrscheinlich, weil man auch Leute wie Sie in die Kirche lässt.
Wenn Sie traurig sind, fallen Sie auseinander und tun nach aussen so, als wäre alles in Ordnung. Sie wissen wenigstens, dass Sie sowieso mit Milliarden austauschbar sind. Echtes Denken findet oft statt, leider mit leicht senilem Zeigefinger-Touch. Sie werden gelenkt durch Anweisungen von Bildschirmen, Beschreibungen und medialen Befehlen und zwar von der Redaktionsleitung, Ihrem Rentengarant. Glauben haben Sie leider nur an Jesus und Ihre Tastatur. Schreiben können Sie Sätze halbwegs, nur der Sinn bleibt dem Leser gänzlich verschlossen. Lesen sollten Sie lieber mal die eigenen Texte.
Zuhören geht in Ihrer Generation dank modernster Technik immer besser. Alle beziehen alles nur auf sich; Denken und Handeln für andere geht nur, wenn ein eigener Vorteil da ist, wobei «alle» sich ja konsequenterweise auch auf Sie bezieht.
Liebe heisst nun «goldene Hochzeit». Kinder kriegen haben Sie hoffentlich auf die dritte Halbzeit verschoben und betrachten deren Erziehung als Verletzung der Menschenrechte.
Ideale haben Sie viele, zum Beispiel die Denkweisen «Früher war alles besser» und «alle Jugendlichen in einen Topf werfen, ist völlig okay». In Gesellschaft sein vermeiden Sie hoffentlich, um die anderen Leute nicht zu berieseln. Der Vorgang der Nahrungsaufnahme heisst bei Ihnen salopp «essen», am besten noch ein Häppchen vor dem Einschlafen. Zukunft ist etwas, das aufgrund Ihrer inneren Einstellung leider schon lange ohne Sie passiert. Zum Schluss noch ein chinesisches Sprichwort (das ich nicht mal aus Google habe): «Das Meer verweigert auch den kleinsten Flüssen nicht den Zutritt – daher seine Tiefe.»
Damian W. Kaiser, damianwkaiser@gmail.com
Für einmal sind es nicht die bei uns eingegangenenLeserreaktionen, denen wir hier die Spalten öffnen wollen, sondernauszugsweise jene, die das «Testergebnis» der‹Nebelspalter›-Olympianummer auf dem Blogportal ‹Medienlese.com›provoziert hat.
Testurteil
«Die besten Zeiten des 1875 gegründeten Satiremagazins‹Nebelspalter› sind vorbei. Die Sommernummer zu China zeichnet sich ausdurch Kinderwitze, zudem muss man sie als fremdenfeindlich bezeichnen –lustig geht anders. Erscheint das Heft weiter in dieser Form, sowünsche ich mir, dass es keine Zukunft hat und irgendwann eingestelltwird. Wiederum wird es immer humorlose Menschen geben, die gerneunterhalten werden, faktisch hat es also eine. Tritt man für den Humorein, dann kann man sich nur eines wünschen: Redaktion wechseln, neuanfangen. Bewertung: 1 von 10 Punkten»
Ronnie Grob
User-Kommentare
Nicht lustig: «Selten eine so ‹grobe› Kritik gelesen, die den Kritiker so ‹grob› selbst entlarvt.»
Rolf Meier: «Mir beim Lesen der Kritik nicht klar geworden, was anden Kinderwitzen nun fremdenfeindlich sein soll. Es fehlt dieBegründung für diese doch sehr rufschädigende Unterstellung. Ist daseine persönliche Abrechnung?»
Pascal: «Sorry, aber so eine dumme Verallgemeinerung hätte ich hiernicht erwartet anzutreffen. Ich bin 22, Student und lese den‹Nebelspalter›. Und ausserdem: Was ist schon witzig? Ich bin esvielleicht, aber nebst dem ist doch für jedermann etwas anderes‹witzig›. Sie finden es nicht witzig, aber womöglich ist von den261 000 der eine oder andere dabei, der es witzig findet. DemMagazin, nur weil Sie es nicht witzig finden, eine 1 zu geben, halteich für übertrieben und fehl am Platz.»
Jean-Claude: «Vielleicht passt ja diese «Satire» zu dem Land, wodiese Zeitschrift erscheint. Vielleicht sind die Menschen dort so, dasssie das lustig finden.»
Klaus Jarchow: «Humorkritik gilt nicht ohne Grund als dieundankbarste Aufgabe der Welt. Weil nämlich die erfolgreichsten Witzemeistens auch die dööfsten sind (s. z.B. ‹Blondinenwitze›). Daherkritisiert der ‹Mann von Geist› stets den Erfolg und er muss sichdeswegen auch noch als Neidhammel denunzieren lassen.»
Etienne: «Aha, wieder einmal ein ‹Humorspezialist›, der uns mitseinem sakrosankten Schiedsspruch eine bessere, witzigere Welterkämpfen will – mit der thesenjournalistischen Anmassung, denGeschmack von 261'000 Lesern und die Arbeit von Dutzendenerfolgreichen, teils preisgekrönten Autoren und Zeichnern auf 1/10Punkte runterschreiben zu können. Mir tut es letztlich leid um dienegative Wirkung, die eine solche selbstüberschätzende Blattkritik dankihrer äusserlich seriösen Aufmachung haben kann. Ein wenig Hoffnungsetze ich aber darauf, dass ausser mir auch andere Leser ihreRückschlüsse auf den Wert dieser Rubrik ziehen werden, wenn sie sehen,dass der gleiche Rezensent die ‹Micky Maus› mit neun von zehn Punktenausgezeichnet hat.
Uertner: Lieber Ronnie, mir scheint hier spielt ein ziemlicheinfältiges «Selbstbashing» von Schweizern. Natürlich siehst du dichals bezahlter Berliner Blogger geradezu als Speerspitze desZeitgeistes, und in der Schweiz den «Nebelspalter» anpinkeln gehört jazum guten Ton. Auch Franz Hohler, ein ehemaliger Mitarbeiter, tut es inseinem Roman «Es klopft». Satire schreiben ist wesentlich schwieriger,als Satire kritisieren: Weshalb es sehr viele enttäuschteMöchtegernmitarbeiter dieser ältesten Satirezeitschrift der Welt gibt.Wie ich sehe, hat der ‹Nebelspalter› genug intelligente Leser, dass ichdie Argumente, die mir bei Durchsicht deiner oberdürftigen Analyseeingefallen sind, sämtliche schon in Entgegnungen gelesen habe.
Den vollständige Test und alle Reaktionen finden Sie auf www.medienlese.com.
Kaktus statt Innovationspreis
Cartoon «Die Euro im Alltag» von Petra Kaster, Nr. 5/2008
Naja ... wie beziehungsfreundlich der Bildschirm im Innern des Klodeckels wirklich ist, wage ich ja kolossal zu bezweifeln. ‹Mensch› hört ja nicht erst seit gestern von den grösstenteils leider unfruchtbaren Zweitweg-Erziehungsmassnahmen seitens der Frauen an ihren Lebenspartnern, im Sitzen zu pinkeln. Insofern gäbe ich für diese Idee höchstens einen Kaktus. Für den Nebeneffekt, dass wenigstens das Wohnzimmer bierduft- und krümelfrei bleibt, könnte ‹frau› einen solchen Preis allerdings nochmals in Erwägung ziehen.
Isabelle Sele-Hangartner (die auch EM schaut, am liebsten die Italiener, aber nicht nur, weil die soooooo süüüss sind), per E-Mail
Nicht zum Abschminken
«Hausordnung für Frauen», Nr. 5/2008
Grosses «Daumen hoch» für den Beitrag von Barbara Burkhardt. Er hängt zwar nicht zu Hause am Schminkspiegel meiner Frau, dafür zur allgemeinen Freude der Belegschaft am Schwarzen Brett in meinem Betrieb!
Hans Zumstein, per E-Mail
Achtung: Satire
Tor des Monats, Nr. 5/2008
In Ihrem Bericht über Gerhard Blocher verweisen Sie auf seine Aussagen, die erklären würden, was die wahren Beweggründe des Bruders Christoph sind, sich als Milliardär politisch zu engagieren und als Mann des Volkes zu inszenieren. Auch wenn Ihnen offenbar das Tondokument verlustig gegangen ist, wäre es Ihnen nicht möglich, aus dem Gedächtnis eine Zusammenfassung dieser Gründe zukommen zu lassen? Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!
Hans Seiler, Horgen
Garantiefall
Editorial, Nr. 4/2008
Da der Inhalt des Nebelspalter Nr. 4/2008 nicht meinen Vorstellungen entspricht, stelle ich Rückforderung des Kaufpreises. Weil aber nicht ganz alles «daneben» ist, verzichte ich auf einen Teil der Genugtuungsumme und bin per saldo aller weitern Ansprüche zufrieden mit dem Betrag von CHF 14'000'900.–
PS: Bezahlung bitte bar, einkommenssteuerfrei und sekundär vermögenssteuerfrei! Teilzahlung auch möglich, z. B. mit weitern Nebelspalter-Nummern.
Johann Jakob, per E-Mail
Brauner Nebel
«Damals wie heute», Nr. 3/2008
Herr Buchinger vergleicht die Naziverbrechen mit Israels legitimen Massnahmen zur Selbstverteidigung. Irgendetwas vernebelt ihm wohl den klaren Blick auf Geschichte und Gegenwart – und zwar ein brauner Nebel! Zum Glück können wir anderen sehr wohl zwischen Tätern und Opfern, Terroristen und Zivilisten, Brandstiftern und Feuerwehr unterscheiden. Aber offenbar wäre es Herrn Buchinger wohl lieber, wenn sich die Juden in Israel nicht gegen ihre Mörder wehren würden! Schade nur, jammerschade, dass sich der Nebelspalter mit seiner stolzen Geschichte während der Nazizeit nun derart vergreift und Herrn Buchinger ein Forum gibt, um sein judenfeindliches Gift zu verspritzen.
William Wyler, Zentrum David, Zürich
Mutiger Beitrag
Leserbrief «Unhaltbare Analogie», Nr. 4/2008
Ich gratuliere Wolf Buchinger zu seinem mutigen Beitrag (Heft 3). Er entspricht genau der Tradition des geliebten Nebelspalter, die Sachen beim Namen zu benennen. Gleichzeitig bedaure ich die Stellungnahme von Walter Blum, Zentralsekretär Gesellschaft Schweiz-Israel (Heft 4). Sie zeigt klar, dass die Drangsalierung und Vertreibung der Palästinenser von ihrer Heimat von den Juden bewusst in Abrede gestellt werden. Die Uno-Resolution 181 und auch andere von der Uno verabschiedeten Resolutionen wurden von Israel trotz Androhung von Sanktionen nie befolgt. Der Schutz und das Veto der USA waren ihnen sicher. Anlässlich der 60-Jahr-Feier der Gründung des Staates Israel darf ruhig auch davon gesprochen werden, dass die Entwicklung nur auf Kosten der Palästinenser geschehen konnte. Für diese ist es kein Feier-, sondern ein Trauertag.
Willy Bühler, per E-Mail
Tor des Monats
Micheline Calmy-Rey, Nr. 3/2008
Politsatire? Nach meiner Meinung gäbe es zurzeit eine viel bessere Person zu «besatiren». Alt Bundesrat Blocher: Ein sabbernder alter Mann, eine zu Tode beleidigte Diva, die Mann und Frau nicht mehr wollte, der Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um irgendwie zu seiner Genugtuung zu kommen.
Herta Knellwolf, Diepoldsau SG
Umwerfend sarkastisch, mit (leider) sehr viel Wahrheit. Bitte noch möglichst viel davon!
Peter Hunziker, Münster VS
Besonders schlecht ist Ihr Artikel zu Micheline Calmy-Rey bei mir angekommen. Man kann ja darüber geteilter Meinung sein, aber Ihr Schreibstil ist mir sauer aufgestossen und darauf möchte ich in Zukunft verzichten.
Ursula Lüchinger, Wil SG
Politikerinnen-Bashing auf sehr ausgelatschten Trampelpfaden. Es wird Ihnen einige Leser aus gewissen Kreisen bringen, die sich schenkelklopfend über die Artikel freuen werden. Frauen aber werden eher degoutiert sein
Marianne Gautschi, Birsfelden BL
Unhaltbare Analogie
«Damals wie heute», Nr. 3/2008
In der Nebelspalter-Ausgabe vom April wurde unter dem Titel «Damals wie heute» ein Gedicht von Wolf Buchinger abgedruckt. Wir bedauern diese Veröffentlichung. Die hergestellte Analogie zwischen der systematischen Vernichtung der Juden im Holocaust mit der israelischen Bekämpfung von Terrorangriffen aus dem Gazastreifen hätte die redaktionelle Zustimmung zur Publikation nicht finden dürfen. Jede ernsthafte Auseinandersetzung mit den Geschehnissen während dem Zweiten Weltkrieg, wo sechs Millionen wehrlose Menschen in Konzentrationslagern umgebracht wurden, hätte dies verhindern sollen. Wir sind bestürzt, verstehen den Vorfall nicht und wären dankbar, wenn künftig in solchen Fällen genauer hingeschaut würde.
Walter L. Blum, Zentralsekretär Gesellschaft Schweiz-Israel
Falschzitat
«Der grosse Politiker», Nr. 3/2008
In Ihrer Satire «Der grosse Politiker» ist Ihnen ein Fehler unterlaufen. Die rhetorische Frage «Wollt ihr den totalen Krieg?» stellte nicht Adolf Hitler, sondern Joseph Goebbels. Besonders peinlich erscheint mir die Verwechslung auch deshalb, weil Sie diesen fürchterlichen Satz mit österreichischem Akzent unterlegen, Goebbels aber mit einem rheinländischem Akzent sprach.
Rolf V., per E-Mail
Top und Flop
Nebelspalter allgemein
Gratulation zum Nebelspalter! Anders als die Swissair gibts den Nebi Gott sei Dank ja immer noch. Die Karikaturen finde ich weitgehend sehr gelungen. Ich glaube aber, der Nebelspalter wäre gut beraten, Autoren anzustellen, die frische, freche Texte produzieren, fernab von der zurzeit doch eher altmodischen Schiene, auf der sich die jetzigen Autoren fast ausnahmslos zu bewegen scheinen. Aber wie gesagt, die Karikaturen sind von hoher Qualität!
Gerhard Wiesler, per E-Mail
Exklusive Vorabkritik
Steuernummer, Nebelspalter Nr. 1/2008
Steuern schon im Februar? Leuchtet mir irgendwie überhaupt nicht ein. Ist es doch noch früh genug, wenn ich Ende März meine Steuererklärung einreichen und Ende Mai mit dem ganzen Geld für den Staat rausrücken muss. Das riecht nach Fehlstart ins neue Jahr. Überhaupt scheint mir das Behandeln eines Schwerpunktthemas, dem die Autorenhorde dann schüleraufsatzhaft hinterherschreibt, das falsche Konzept. Das ist noch nicht alles: Schmückt man sich denn mit Autoren wie Simon Enzler und Andreas Thiel nicht mit fremden Federn, das heisst mit Leuten, die ihren Kamm längst anderswo schon gestellt haben, bevor sie der Nebelspalter als seine Autoren ausgegeben hat? Der Nebelspalter, ist er denn wirklich ein Bruder lustig? Meine Tochter ist lustiger und listiger sowieso, die hat auch schon was im Kässeli und auf dem Kasten, während der Nebelspalter mit schmalem Budget ein geistiger Schmalhans bleibt.
Hans Adam Stauffer, Basel
«Schiach»
Titelbild, Nebelspalter Nr. 10/2007
Würde ich den Nebelspalter nicht seit Jahren kennen – diese «Aufmachung» finde ich weit unter dem Nebi-Niveau. Die immer tiefer sinkende Kabarettszene – Stichwort Comedy – sollte nach Möglichkeit vom Nebi ferngehalten werden. Diese Karikatur ist einfach «schiach», ein nicht leicht zu übersetzendes österreichisches Wort für «so etwas wie hässlich.» Auf bessere Aufmacher hofft:
Günter Micko, A-Wels
Erfolglose Suche
Tor des Monats, Nebelspalter Nr.10/2007
Ich suche krampfhaft nach dem Humor und kann ihn nicht finden. Vom Nebelspalter ist etwa so viel übrig geblieben wie von unserer Armee. Bei beiden ist es schade,dass es so gekommen ist.
Max Bosshard, per E-Mail
Pfui Teufel
Wahlkampf-Nummer, Nebelspalter Nr. 8 /Oktober 2007
Es braucht viel, bis ich einen Leserbrief schreibe. Ich bin nämlich Bauer und nicht Schreiber! Wir hatten den Nebelspalter schon abonniert zu Zeiten, als «Bö» unter Lebensgefahr gegen rote und braune Fäuste kämpfte. Seine Karikaturen waren treffend und bissig. Aber beim Betrachten konnte man immer noch schmunzeln. Und heute? Das Geschmiere eines Hörmen, wo auf ganzen Doppelseiten Menschen mit ekligen widerlichen Fratzen versehen werden, hat nichts mehr mit Karikatur zu tun. Und wenn dann noch Vergleiche mit den schrecklichsten Verbrechern wie Hitler und Co. angestellt werden, ist das nicht mehr Satire, sondern übelste Verleumdung und Beleidigung. Und dann dieser Renner mit seinen Widersprüchen. Die triefen nur so von Bauernschläue, Verdummungszmorge und vom dummen Volk, das sich einfach verführen lässt. Von den Gifteleien im ganzen Heft ganz zu schweigen. Die Arroganz dieser Herren ist nicht zu überbieten. Für diese Nummer und alle, die sie noch applaudiert haben, gibt es für mich nur zwei Worte: Pfui Teufel!
Ueli Otti-Nussbaum, Oberwil bei Büren
Gratulation
Nebelspalter allgemein
Ich bin so stolz auf Euch, dass der Nebelspalter wieder aufgestiegen ist wie der Phönix aus der Asche!
Werner Keiser, Sempach-Stadt
Wenn es den Nebelspalter nicht gäbe müsste man ihn erfinden!
Wolfgang K. Hofmann, per E-Mail
Prophetisch
Wahlkampf-Nummer, Nebelspalter Nr. 8/2007
Als ich am 6. Oktober die Nachrichten aus der Berner Innenstadt hörte, musste ich nochmals den ‹Nebelspalter› in die Hand nehmen. Ich blätterte durch und blieb auf der Seite 21 hängen: Da ist mir aufgefallen, wie prophetisch der ‹Nebelspalter› mit dem Cartoon von Hörmen Schmutz war. Ist die Schweizer Politik nicht seit jeher berechenbar? «Der Qualm aus Bern» auf der Titelseite war absolut treffend. Ich habe mal in der Zeitschrift ‹Titanic› einen Text über einen altmodisch schreibenden deutschen Satiriker gelesen. «Altmodisch» wurde gleichgesetzt mit dem Wort «nebelspalterhaft». Lange war ich der selben Meinung. Die Gedichte, Limericks und andere Gereimtheiten finde ich altbacken und unnötig. Der ‹Nebelspalter› hat sich aber stark gewandelt. Cartoonisten wie Thulke, Swen und Oliver Schopf, um nur einige zu nennen, auch die Autoren Thiel, Enzler oder Minder machen den Nebi zu einer frischen, keineswegs altmodischen Satirezeitschrift, wie sie die Schweiz braucht. Macht weiter so!
Peter Götsch, Jona
Einseitig
Während langen Jahren war ich Abonnent des ‹Nebelspalter›, der mich mit seinen humoristischen Satiren nach links und nach rechts ergötzte, bis er dann in den 70er-Jahren ganz nach links abrutschte und nur noch geiferte. Nun habe ich wieder einmal ein Probeabo genommen. Mein Eindruck ist jedoch, dass die Beiträge immer noch sehr einseitig sind. Noch nie habe ich zum Beispiel eine Glosse über den Pausenclown des Uvek oder den Leerlauf wirbelnden Mèche-Kopf beim EDA oder den Möchtegernkönig des EDI gelesen. Eine satirische Zeitung sollte schön verteilt auf die überall vorhandenen Schwachstellen unseres Landes und dessen Regierung hinweisen.
Fridolin Schlittler, Wädenswil
Allen, die die Wahlkampf-Nummer derart einseitig fanden wie wir den Wahlkampf selbst, sei ein Abstecher ins Online-Archiv zum Mèche-Kopf (6/2007), Pausenclown (1/2007) oder Möchtegernkönig (3/2005) empfohlen (Logindaten auf Seite 3 in dieser Nummer). Oder freuen Sie sich darauf, was die Zukunft bringt! (Red.)
Positiv
Ihr neues Heft hat mich positiv angesprochen. Der Wahlkampf war das, was Goebbels schon erkannte: «Aber schliesslich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. [...] Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr.Diese Methode funktioniert in jedem Land.»
Luigi Rotta, Zürich
Zum Kotzen
Die Ungeheuerlichkeit, im Editorial den Diktator, Massenmörder und Kriegsverbrecher Mussolini dem demokratisch gewählten Bundesrat Blocher gegenüber zu stellen – nein, jenen über diesenzustellen, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Auch Hörmen Schmutz verrät sich als ideologisch hoffnungslos festgefahren. Es fällt schwer zu akzeptieren, dass sich eine Zeitschrift wie der Nebelspalter durch einen festen Mitarbeiter auf ein dermassen einseitiges und einfältiges Niveau hinunterziehen lässt. Schmutz beschmutzt den Namen von ‹Weltwoche›-Chefredaktor Roger Köppel mit dem Namen von Goebbels. An dieser Stelle muss ich entweder kotzen oder Ihnen nahelegen: Bitten Sie öffentlich um Entschuldigung oder räumen Sie Ihren Chefredaktor-Sessel.
Walter Raaflaub, Schönried
Dankeschön
Nebelspalter Nr. 7/2007
Beim ganzen Ernst der Lage in der Politik hat mich die September-Ausgabe so richtig zum Lachen gebracht!
Agnes Galli, Binz bei Maur
Geschmacklos
Titelbild «Faszination der Winzigkeit», Nebelspalter Nr. 7/2007
Seit vielen Jahren sind wir treue Leser und Betrachter des ‹Nebelspalter›. Hat es ein intelligentes Satiremagazin, wie der ‹Nebelspalter› eines ist, überhaupt nötig, solch dumme und geschmacklose Bilder zu publizieren? Der Wahlkampf ist schon schlimm genug, weil dort viele stillose Dummköpfe mitbestimmen. Uns als winziger Teil der Gesellschaft bleibt die Resignation oder aber unsere Verabscheuung publik zu machen. Kein Politiker, auch wenn er unbeliebt ist, sollte so primitiv und entwürdigend auf der Frontseite einer Schweizer Zeitschrift dargestellt werden dürfen.
Gottlieb und Annemarie Brugger-Trüb, Suhr
Pfad nicht gefunden?
«100 Jahre Pfadfinder», Nebelspalter Nr. 6/2007
Die Pfadfinder-Nummer kann ich nicht ohne Kommentar zur Seite legen. Baden-Powell formulierte ein Gesetz, das es nicht verdient, ins Lächerliche gezogen und mit primitiven Texten und Bildern verunglimpft zu werden. Es hat keinen Sinn, auf alle Details einzugehen, da ist es sogar für die Tinte zu schade. Festhalten möchte ich einfach, dass ich bei dem sonst eher hohen ethischen, moralischen und geistigen Niveau des Magazins diesen geistlosen Ausrutscher nicht nachvollziehen kann.
Paul E. Bez, Hergiswil
Seit zwei Monaten bin ich wieder ‹Nebelspalter›-Leserin. Schon ziehen düstere Wolken auf. Ich bin ehemalige «Pfadi» und im Innern immer Pfadfinder geblieben. Wir grüssten uns mit der linken Hand, weil sie vom Herzen komme. Genau diesen Touch vermisse ich in Ihren Artikeln. Es gibt wenige, witzige Pointen. Die Beleidigungen überwiegen. Vom Wesen der Pfadi hat der Nebelspalter null Ahnung – oder ich nicht von Satire?
Esther Walde-Frei, Herznach
Ich gratuliere Ihnen für diese Nummer des ‹Nebelspalter›! Vor 65 Jahren war ich selbst bei den Pfadi und es war eine Zeit, an die ich mich noch heute gerne erinnere. Alle Erinnerungen kamen hoch, und ich kam ins Schwärmen von dieser glücklichen Zeit. Es wäre auch für die heutige Jugend eine Bereicherung, diese Lebenserfahrungen zu machen. Doch das geht nur mit der Unterstützung der Eltern. Seit dem Erscheinen der ersten Nummer des ‹Nebelspalter› wartete ich schon in meinem Elternhaus immer mit Spannung auf das neueste Heft. Jetzt weiss ich ein ganz passendes Geschenk für die nächste Weihnacht, und zwar ein ‹Nebelspalter›-Abonnement!
Elisabeth Busch-Koppmann, Zürich
Immer besser
Nebelspalter allgemein
Kompliment: Der Nebelspalter gefällt mir immer besser. Ihre Mitarbeiter machen einen genialen Job. Schön zu sehen, dass Aufmachung und Inhalt von Ausgabe zu Ausgabe noch einen Zacken zulegen!
Gian Luca Heller, Lugano
Sattmacher
Pong hat es geschafft, Nr. 5/2007
Reto Zellers kurze Erzählungen sind die ideale Ergänzungsbeilage in Ihrem Magazin. Keine schnell verdaulichen Ex-und-hopp-Häppchen, kein billiger Fun-Fast-Food, sondern dichte, ballaststoffreiche und fein abgeschmeckte Kost, die über die Komik und Kalauereien anderer Beiträge hinaus satt zu machen versteht.
Daniel Weber, Wil
Simply the best
Achtung schwerer Filzbefall, Nr. 5/2007
Vom Editorial bis zum Finale eine der besten Nebelspalter-Nummern, die mir je in die Hände gekommen ist. Besonders vergnüglich der Chat um Tony Blair und das Interview mit Vladimir Putin, oder Reto Fontanas Einblick in die leeren Kirchenschiffe der Schweiz. Das Nebelspalter-Narrenschiff ist dagegen voll auf dem richtigen Kurs!
Urs Odermatt, Büren
Fahrlässig antisemitisch?
Echte Invalide im Bundesrat, Nr. 5/2007
In diesem Nebelspalter stiess ich auf ein Zeichen/Signet, das mir enorme Bauchschmerzen verursachte: Im Beitrag auf Seite 25 war deutlich das Judenzeichen der 40er-Jahre mit dem Invalidenzeichen zusammen abgebildet. Das «J» stand für eine auszugrenzende, zu vernichtende Minderheit. Ich hätte erwartet, dass ein Satiriker weiss, dass gewisse Grenzen ein «No go» bilden. Das ist so eine. Ich bin nicht nur Jude, sondern auch gehbehindert – Sie haben hier also voll mich abgebildet.
M. B. (Name der Redaktion bekannt)
Das kritisierte Signet wie auch der dazu abgedruckte Cartoon auf Seite 25 parodiert eins zu eins die Abstimmungskampagne des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, welcher mit seinen Bundesrats-Fotomontagen in den Medien zu breiten Diskussionen Anlass bot. Hinter dem fraglichen «J» steht nichts anderes als die Adaption des Kampagnenlogos von der Nein- zur Ja-Kampagne. Wir bedauern, dass in Unkenntnis der persiflierten Kampagne andere Interpretationen denkbar sind.
Die Redaktion
Drohende Verlängerung
Schwerpunkt Frauenbilder, Nr. 4/2007
In der Mainummer schreibt Frau von Ascheraden: «Die primären Geschlechtsorgane des Mannes befinden sich ausserhalb des Körpers …» Das kann doch gar nicht zutreffend sein. Auch ich besitze prima Geschlechtsorgane, aber diese befinden sich in meinem Körper. Das, was Ihre freie Mitarbeiterin da möglicherweise mit sich in der Handtasche umherträgt, hat ja gegebenenfalls eine gewisse Ähnlichkeit und wäre auch ausserhalb des Körpers, aber na ja, Sie wissen schon. Das war aber noch nicht alles: Im interaktiv Test (Frau) von Herrn Buchinger habe ich 15 Punkte erreicht, da ich mir erlaubt habe, bei Frage drei die Antwort a und b gleichzeitig zu wählen. Dazu gibt es aber keine Lösung. Wenn das so weitergeht, sehe ich mich gezwungen, das Probeabonnement in ein reguläres Jahresabonnement zu ändern.
Stefan Reinbott, per E-Mail
Sechs vor zwölf
Reto Fontana: Kreuzweise, Nr. 4/2007
Ich stecke meine Nase schon seit über 40 Jahren in den Nebi und kannte ihn schon vor dem Chindsgi. Zum Glück haben wir ein neues Chemikaliengesetz, sonst müsste ich fürs Abo einen Giftschein lösen. Was mir da entgegenkommt, ist Salz, Pfeffer und Schwefelsäure auf allerhöchstem Niveau. Ich freue mich jedesmal drauf. Klar, dass in diese scharfe Suppe manchmal auch ein Haar fällt. Reto Fontana ist ein kleiner Fehler unterlaufen. Sein armer Bürogummi muss sechs Ordner für den Fiskus herunterkrampfen. Der Glückliche, dass er seine Miete schon nach einem Ordner abgestrampelt hat. So weit bin ich erst nach zwölf. Wer schenkt ihm wohl seine Krankenkassenprämien? Aber sonst? Nur weiter so!
Felix Jäger, Domat/Ems
Kein Thema
Thema «Darwin und die Schöpfung», Nebelspalter Nr. 3/2007
Mit blasphemischen Beiträgen jeder Art schaden Sie sich selber. Es gibt doch genug andere Themen!
Werner Keiser, Sempach
Nachdem ich den Nebelspalter begutachtet hatte, packte michzuersteine grosse Wut über die Art und Weise, wie Sie die Bibel undMenschen,die sich nach ihr richten, in den Schmutz ziehen und als diegrösstenHinterwäldler hinstellen. Danach aber hat mich Traurigkeit undgrossesMitleid erfasst über den Unglauben der Schreiber. Aber was regeichmich auf? Die Bibel hat diesen Abfall vom Glauben vorausgesagt.Jetztfrage ich mich, was Jesus dazu gesagt hätte. Vielleicht «Vater,vergibihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.» Das erhaltene Heftsendeich Ihnen zurück, denn dieses Heft ist mir nicht wert fürmeinAltpapier. Entsorgen Sie diesen Mist selber. Übrigens, versuchenSieeinmal, über den Koran einen ähnlichen Bericht zu verfassen. Wasdanngeschehen würde, brauche ich Ihnen wohl nicht zu erläutern.
Ernst Tanner, Teufen
Gratulation – eine wirklich geglückte Nummer. Sie haben einbestimmtnicht einfaches, eher heikles Thema auf vielfältige,geistreiche undglücklicherweise nicht dümmlich-respektlose Art in denverschiedenstenAspekten beleuchtet.
Urs Odermatt, Büren
Verhängnisvoll
Nebelspalter Nr. 3/2007
Diese Karikatur finde ich verhängnisvoll. Wem kommt nichtGalileoGalilei und die Kirche in den Sinn, wenn hier gezeigt wird,wietotalitär befohlen wird, dies oder das zu glauben, auch wenn esnichtden Tatsachen entspricht. Wenn ich diese Karikatur in derKonsequenzihrer Pointe ernst nehmen soll, gibt sie – vielleicht ohnedass sie eswill – den Holocoustleugnern Recht. Ist das die AbsichtdesNebelspalters ?
Daniel Dentler, Wittenwil
Keine Satire
Urs von Tobel & Johannes Borer: «Friendly fucking», Nebelspalter Nr. 1/2007
Was ich da im Nebelspalter vom Februar von Urs von Tobel undJohannesBorer vorgesetzt bekam, hat nun mit Witz, Humor oder Satireaber auchgar nichts zu tun. Die am Schluss des Artikels unter «PS»verfassteErklärung mutet eher wie eine Entschuldigung an, vermag fürmich aber inkeiner Art und Weise als Rechtfertigung für den Artikelund seinesVerfassers gelten.
Reinhard Müller-Beerli, Wald ZH
Das macht Bauchweh
Nebelspalter allgemein
Ich bin seit 40 Jahren Kanada-Schweizer. Vor dem Rückflug hatteesviel Nebel in Kloten, was mich auf die Idee brachte, wieder maldenNebelspalter zu kaufen. Siehe da: Der Nebel war weg, und auchmeinGemüt hatte sich aufgeklärt. Für jede erfreuliche AngelegenheitimLeben muss man einen Preis bezahlen: Ich hatte am Ende Bauchwehvomungewohnt übermässigen Lachen.
Jakob Eich, Gatineau, Kanada
Aus dem Leben gegriffen
Nebelspalter allgemein
Ich liebe euer Blatt! Andreas Thiel gefällt mir sehr. Am meistenmussich aber über Barbara Burkhardts Texte lachen. Herrlich aus demLebengegriffen! Sie hat Talent!
Urs Käsemodel, per E-Mail
Ehrenplatz fürs Eigentor
Tor des Monats: Rudolf Fischer, Nr. 10/2006
Herzlichen Dank für die aussergewöhnliche Auszeichnung! Das (Eigen-)Tor des Nebelspalters wird neben den Kakteen des Beobachters und den Oscars von CASH einen besonderen Ehrenplatz in meinem Büro erhalten.
Natürlich weiss ich, dass der Nebelspalter mehr der schonungslosen Satire verpflichtet ist als der expertenhaften Recherche. Darum trage ich ich es mit Fassung und Humor, wenn die Sache mit dem digitalen Fernsehen und den Preisen satirisch verzerrt dargestellt wurde.
Was raten Sie Ihren Leserinnen und Lesern? Zu Bluewin-TV oder zu Satelliten-TV zu wechseln? Damit würden sie genau das tun, was sie vermeintlich nicht wollen, nämlich digital fernsehen. Das Angebot der Swisscom-Tochter Bluewin ist ja bekanntlich reines Digitalfernsehen und Satelliten-TV seit einigen Jahren ebenfalls. Musik-CDs wurden damals auch nicht gerade mit Handkuss empfangen und es brauchte dafür ebenfalls neue Geräte. Aber heute ist klar, dass es Plattenspieler und Vinylschallplatten nur noch als kleine Nischenprodukte für Liebhaber gibt. Die Zukunft ist digital, auch beim Fernsehen.
Was die Preise betrifft: Die Cablecom wird am 1. April einen digitalen Empfänger zum Selbstkostenpreis auf den Markt bringen. Er wird nur noch 6 Franken pro Monat kosten (bzw. 20.- mit Aufnahmefunktion). Wir sind überzeugt, dass dieses Angebot keinen Vergleich mit der Konkurrenz zu scheuen braucht. Wer sich nicht von falschen Darstellungen blenden lässt, wird das auch problemlos merken. Schliesslich sind Nebelspalter-LeserInnen ja Expertinnen und Experten.
Sollte der Nebelspalter Ernst machen und das Magazin künftig in hochauflösender Qualität übertragen lassen, damit die Satire noch scharfzüngiger daherkommt, wir sind bereit dazu - heute schon. Ebenso alle unsere Kundinnen und Kunden, die sich nicht vom analog-digitalen Nebel in die Irre führen lassen.
Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung und viel Spass in der digitalen Zukunft.
Rudolf Fischer, Managing Director Cablecom
Zu simpel
Friendly fucking, Nr. 1/2007
Es scheint mir dann doch zu simpel, eine einfache Kausalität zwischen «Futz lesen» und Mädchen vergewaltigen» anzunehmen. Wenn in etablierten Zeitschriften vülgäre Ausdrücke zu finden sind, dann mag das Sex enttabuisieren, aber nicht verrohen.
Dass zwischen «Vagina» und «Futz» keine Bezeichnungen der mittleren Stilebene für das weibliche Geschlechtsorgan zu finden sind, hat sich die Gesellschaft selbst zuzuschreiben. Ob man die Tabuisierung der Sexualität als kulturelle Leistung sehen will oder nicht, wäre eine interessante Diskussion. Das gesellschaftliche Korsett der Sexualität mag Vorteile mit sich bringen, es mag dem Spass Verantwortung und Bedeutung zugesellen, aber es frustriert auch. Zugegeben, wenn unverbindlicher Sex ganz normal ist, dann kann die Hemmschwelle kleiner sein, dieses ganz Normale jemandem aufzuzwingen.
Das Verbrechen dabei ist aber der Zwang und nicht der Sex. Was wir hier Bekämpfen müssen ist die Respektlosigkeit gegenüber der Würde anderer Menschen, ist Gewalt. Friendly und unfriendly sind eben nicht dasselbe, sind weit voneinander entfernt, sind getrennt durch die Absolutheit der Verneinung.
Ich glaube ja auch, dass Alkohol und Pornographie weitere beteiligte Faktoren bei den besagten Verbrechen gewesen sind. Und dass hier die Jugend vor etwas geschützt werden soll, womit sie noch nicht verantwortungsvoll umgehen kann. Aber deswegen sei den Erwachsenen die Freiheit hierzu trotzdem belassen. Ich finde man soll über seine Erfahrungen schreiben dürfen, besonders wo sie ein urmenschliches Thema wie Sex betreffen, seien sie auch belanglos oder humoristisch. Vielleicht stimmen wir ja überein und ich habe ihren knappen Gedankenanstoss zum Schluss lediglich etwas falsch verstanden. Dies nur als Gedankenanstoss zurück. Ich danke Ihnen in jedem Fall für den interessanten Artikel.
Samuel Gilg, per E-Mail
«O» wie Ohalätz
Die 100 Schweizer, Nr. 10/2006
Ich finde auch, dass ich die Nominierung unter die «100 Schweizer des Jahres» verdient habe und bin mit meinem Platz zufrieden, obwohl ich 40 Nummern hinter Ingrid Deltenre auftauche. Ich finde aber auch, dass ich es verdient habe,mit richtigem Namen unter den Top 100 zu erscheinen. Ich heisse Hans Schenker und nicht Martin Schenker. Martin ist der Vorname des Zappelphilipps Lüthi der auslaufenden SF-Schoggi-Soap, der zwar von Hans gespielt wird, aber von Schenker so weit entfernt ist, wie Ratschiller von Friedrich Schiller. Oder meinten Sie den verstorbenen Martin Schenkel? Der schrieb sich allerdings mit «L» wie Lüthi und nicht mit «R» wie Ratschiller, ausserdem war er der Zappelphilipp von «Fascht e Familie» und spielte dort den Flip wie Philipp, aber ohne Phil und nur mit einem «p».
Hans Schenker, per E-Mail
Sie sind schon lustig
Klimakiller, Nebelspalter Nr. 9/2006
Es ist schon wichtig, dass auch das Klimathema satirisch beachtet wird. Dabei ist es egal, dass heute wissenschaftlich klar ist, dass die Klimaänderungen offensichtlich und vor allem von uns Menschen verur-sacht sind. Auswüchse und Verweigerung bieten genug Stoff für Satire. Das Klimathema fand ich deshalb ausgezeichnet. Besonders gefallen hat mir die passende offenbar satirisch gemeinte Autowerbung in typischer Aufmachung. Im letzten Nebelspalter habe ich gemerkt, dass diese ernst gemeint war. Sie sind schon lustig.
Thomas Eiche, Basel
Mit den eigenen Waffen
Rudolf Fischer als Tor des Monats, Nebelspalter Nr. 10/2006
Was haben wir uns über das, entschuldigen Sie, den Tor des Monats im Dezember amüsiert. Wunderbar, wie der oberste «Kabelkommandant» in seiner eigenen verlogen kundenfreundlichen Sprache vorgeführt wird!
Stephan Schibli, per E-Mail
Der verachtete Ex
Gerhard Schröder erinnert sich an sich, Nebelspalter Nr. 10/2006
Ich lese es immer wieder gern, wenn Ihr famoser Kolumnist Jan Peters seinen Blick ins nördliche Nachbarland richtet. Infam allerdings, wie er unseren geliebten Ex-Kanzler abwatscht. Schon zu Beginn des Jahres hatte Peters ihn mit bösen Worten in der Schweiz begrüsst. Und nun wird unser Ex in der Glosse nicht einmal eines ordentlichen, korrupten Redaktors für würdig befunden – nein, er muss sich mit einem verschnarchten (Feuilleton!-)Volontär begnügen. Welche Verachtung!
Raimund Gerz, D-Frankfurt am Main
Erstklassige Idee
Nebelspalter Nr. 10/2006 allgemein
Es fällt auf, dass in Ihrer Leserbrief-Ecke in letzter Zeit kaum mehr negative Kommentare zu lesen sind, und dies, obwohl Ihr Blatt doch deutlich an Schärfe und Unverfrorenheit zugelegt hat. Aber auch ich muss Sie leider enttäuschen: Die Nummer mit den 100 Schweizern war wirklich eine selten gelungene und abgerundete Sache. Köstlich, wie die Schweizer Hochglanz-Garde ihr Fett abbekommen hat, erstklassig die Idee mit den Partei-Maskottchen, erfrischend Jörg Kröbers Sprachspielereien oder Giorgio Girardets Geschichtssinn. Und so weiter. Nur eines hat mir gefehlt – wie bereits angedeutet: Die alten empörten Leserbriefe der «Ich lache gern, aber hier hört eindeutig der Spass auf»-Fraktion, die oftmals die beste Realsatire geboten haben.

Aktuelle Mai-Ausgabe
Nebelspalter Nr. 5/2013 ist ab dem 3. Mai am Zeitschriften-Kiosk, im Abo oder als E-Paper-Download erhätlich. Zum Inhalt.
Nächste Ausgabe
Nebelspalter Nr. 6/2013
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Der nächste ‹Nebelspalter› erscheint am Freitag, 7. Juni unter anderem ohne diesen legendären Leserwitz:
Nach einer Schönheits-Operation fragt der Arzt die Patientin: «Na, sind Sie zufrieden?» – «Nicht ganz, Herr Doktor, ich hätte gerne etwas grössere Augen», antwortet die Frau. «Kein Problem», antwortet der Doktor und wendet sich an die Assistentin: «Geben Sie der Dame bitte die Rechnung.» |
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- JasonBond aus Strengelbach 4056
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